Streaming im Test

Nach langer Pause gibt es heute wieder einmal einen Test. Streaming befindet sich immer mehr im Aufschwung und hat heute bereits einen sehr wichtigen Platz in unserem Medienkonsum eingenommen. Dabei gibt es die verschiedensten Modelle: vom Einzelkauf bis zu Flatrates, Musik bis hin zu Serien und Filmen. Dieser Test wird im spezielleren die Dienste Netflix, Amazon Prime Instant und natürlich auch „Grauzonen“-Services miteinander vergleichen.

„Grauzonen“-Services

Beginnen wir mit den wohl ältestem Streaming „Anbieter“: Illegalen Streaming Services im Internet. Darunter fallen mitunter auch Kinox.to, Movie4k.to und was weiß ich, wie sie noch alle heißen. Der große Vorteil dieser Services zeichnet sich vor allem durch eine wirklich wahnsinnig große Auswahl aus, wobei es auch hin und wieder Filme und Serien gibt, die man dort vergeblichst sucht. Auch die kostenlose Verfügbarkeit ließ diese Services unglaublich schnell wachsen und zu den Vorreitern der Streaming Branche machen.

Der Nachteil ist allerdings mal ganz klar die nicht genau geklärte rechtliche Lage, ob das Streamen den auch illegal ist. Fakt ist, das unerlaubte Hochladen von urheberrechtlich geschützten Material ist strafbar. Auch kommt hier keinerlei Geld bei den Künstlern selbst an, auch wenn das meiste Geld von Produktionen eh bei den Labels oder den Produktionsfirmen hängen bleibt, kommt doch zumindest ein kleiner Teil bei den Künstlern selbst an, und diese sind auf jeden Fall zu unterstützen, wenn man deren „Werke“ mag.

Ein weiterer Nachteil ist eindeutig die komplett überladene Werbung, die auch gerne mal nicht ganz jugendfrei Bilder und Phrasen enthält, mit dem die gigantischen Serverstrukturen finanziert werden. Dies macht die Webseiten allerdings um einiges langsamer und nervt eigentlich nur so richtig.

Auch die Qualität lässt bei solchen Services mehr als zu wünschen übrig: Bild gibt es meist nur in SD Qualität und auch der Sound ist nicht immer gut. Zudem werden hier diverse Webvideoplayer mit Flash Basis eingesetzt, was den PC gleich mal um einiges langsamer und vor allem unsicherer macht. Zudem lassen sich die Inhalte solcher Anbieter nur über Umwege auf den Fernseher mittels Chromecast oder dergleichen streamen.

Netflix

Netflix war der erste kostenpflichtige Streaming-Anbieter, dem ich mich zugewandt hatte. Oft wird bemängelt, dass das deutsche Angebot, insbesondere bei der deutschen Version, teils etwas mager ist. Das stimmt manchmal durchaus auch, allerdings gibt es sowohl die Alternative über einen VPN auf die amerikanische Version zuzugreifen, als auch sich vielleicht einfach mal den Titeln auf der eigenen Liste zu widmen (zumindest meine Netflixliste ist bis zum Rand voll). Netflix überzeugt bei der Auswahl vor allem durch viele Serien und Eigenproduktionen wie House of Cards, Narcos oder Sense8, die garantiert lange Unterhaltung bieten.

Die Qualität reicht, je nach Abomodell, von SD bishin zu UHD (sofern verfügbar) und wird im Browser über einen HTML5-Player (zuvor Silverlight) mit DRM-Schutz ausgeliefert. Sowohl für Android, als auch für iOS, ist eine App verfügbar, womit man auch unterwegs problemlos streamen kann. Des weiteren werden auch der Chromecast und der Fire Stick unterstützt. Die monatlichen Kosten richten sich dabei wieder an dem ausgewählten Abo Modell und reichen mittlerweile von gut 8€ bis zu 12€.

Was mir an Netflix besonders gut gefällt, ist der Automatic-Bitrate-Algorithm, der die Bitrate dynamisch an die verfügbare Internetleitung anpasst. Gerade zu Peak-Zeiten ist dies ausgesprochen wichtig, da damit Zwischenbuffern nahezu gänzlich vermieden wird und keine unnötige Wartezeit entsteht. Die kachelförmige Anordnung der Titeln auf der Website hingegen finde ich nicht so wirklich toll. Für mich persönlich ist das noch immer ziemlich verwirrend, da normal nur das Cover zu sehen ist und erst beim Drüberfahren mit der Maus werden weitere Informationen angezeigt. So ist leider nicht immer gleich auf den ersten Blick ersichtlich, um welche/n Serie/Film es sich handelt (mit der Annahme, dass man nicht sämtliche Filmcovers im Kopf hat). Die Serien und Folgenunterteilung sind hingegen wieder sehr gut.

Amazon Prime Instant

Amazon Prime Instant gliedert sich gleich in zwei Services: Amazon Instant Video und Amazon Instant Music. Wie der Name schon erläutert, bietet Amazon nicht nur eine Flatrate für Filme und Serien, sondern seit neuestem auch für Musik. Von der Auswahl her überzeugt Amazon insbesondere im Bereich Filme, aber es gibt auch bereits ein paar Eigenproduktionen. Beim Musikstreaming muss hingegen noch ziemlich nachgebessert werden, denn vor allem im Bereich Electronic Dance Music fehlt da noch einiges.

Gestreamt wird hier mit Silverlight und HTML5, wobei letzteres für Firefox aktuell nicht verfügbar ist – für mich ein klarer Minuspunkt. Beim Instant Music läuft die Wiedergabe aktuell über Adobe Flash – ebenfalls ein ziemlicher Kritikpunkt. Auch hierfür gibt es sowohl für Android, als auch für iOS, eine App (wobei es da bei Android lt. Kundenrezessionen einige Einschränkungen gibt, bei meinen Nexus 5 funktioniert allerdings alles problemlos). Der Fire Stick wird natürlich unterstützt, der Chromecast hingegen nicht (lässt sich aber über einen kleinen Umweg ebenfalls realisieren).

Die Titelübersicht finde ich, im Vergleich zu Netflix, um einiges besser, allerdings verwirrt hier Amazon durch wiederholtes auftreten von Serien komplett, da jede Staffel einen eigenen Eintrag hat. Preislich kommt Amazon Prime Instant auf 49€ pro Jahr (~4,08€ / Monat), wobei sowohl der Premium Versand, als auch Instant Video und Instant Music inkludiert sind.

Weitere

Zusätzlich zu den bereits genannten Services gibt es auch noch weitere Flatrate-Streamingangebote, unter anderem Spotify (für Musik) und Maxdome (für Filme). Leider kann ich dazu keine Aussagen tätigen, da ich beides noch nie genutzt habe. Spotify scheint im Allgemeinen recht beliebt zu sein, vor allem da diese auch ein Werbefinanziertes-Modell anbieten. Maxdome hingegen bezeichnen sich gleich selbst als „Deutschlands beliebteste Online-Videothek“, was ich allerdings seit dem Markteinstieg von Netflix in Deutschland stark bezweifle.

Fazit

Abschließend noch ein persönliches Fazit: für mich wird’s Netflix belieben, gerade die Fülle an exklusiven Eigenproduktionen von Serien macht mich da ziemlich abhängig. Das Angebot von Amazon ist zwar ganz nett (besonders preislich), aber eben auch nicht gerade atemberaubend. Speziell bei Serien hat Amazon außer Mr. Robot für mich aktuell nicht wirklich was zu bieten. Das Musikangebot ist zwar auch toll, aber eben nur sehr eingeschränkt. Aber wer weiß, vielleicht kommen ja mit „Amazon Studios“ auch mehr atemberaubende Eigenproduktionen.


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